Okay, du hast dich bei Tandem registriert, du hast dein Profil vervollständigt und willst anfangen. Aber was genau ist eigentlich die Tandem-Methode und wie funktioniert sie? Hier findest du einige Tipps, wie du bei Tandem beginnen kannst:

Finde passende Tandem-Partner

Unter “Chats finden” zeigen wir dir andere Tandem-Mitglieder an, die zu dir passen könnten. Schau dir ihre Gesprächsthemen an und suche nach Mitgliedern mit interessanten Themen oder gemeinsamen Interessen. So habt ihr gleich etwas, worüber ihr euch unterhalten könnt.

Schreibe Nachrichten an potentielle Tandem-Partner

Wenn du jemanden gefunden hast, der oder die dich interessiert, schreibe ihm oder ihr eine erste Nachricht. Stell dich kurz vor und sage, über welche Themen du gerne sprechen möchtest. Du solltest natürlich auch erwähnen, welche Sprache(n) du bei Tandem üben möchtest und kannst deinem neuen Partner ein paar einfache Fragen stellen (Wo wohnst du? Was machst du in deiner Freizeit?).

Vereinbart ein paar einfache Grundregeln

Sobald du eine Antwort bekommen hast, solltet ihr einige Grundregeln vereinbaren. Wie lange wollt ihr euch unterhalten und wie häufig? Denn eine neue Sprache zu üben erfordert eine gewisse Zeit und vor allem regelmäßiges Wiederholen. Es ist besser, sich mehrmals pro Woche für 30 Minuten zu verabreden, als einmal wöchentlich für 2 Stunden. Sprecht mindestens 5 Minuten in einer Sprache bevor ihr wechselt. Helft euch gegenseitig, lobt Fortschritte und habt keine Angst, euch zu korrigieren.

Startet Euren ersten Videochat

Bereit für deinen ersten Tandem-Videochat? Du wirst sehen, dass Videochats perfekt zum Sprachenüben sind, da ihr euch gleichzeitig gegenseitig hören und dabei die Körpersprache des anderen beobachten könnt. Beachtet die Grundregeln, die ihr vorher vereinbart habt und habt keine Angst davor, Fehler zu machen!

Sammle Ideen oder Materialien für euren nächsen Chat

Du wirst sehen: Der erste Chat ist wirklich leicht, denn es ist interessant, den neuen Tandem-Partner kennenzulernen. Für die nächsten Chats solltest du dich ein bisschen vorbereiten, um genügend interessante Gesprächstthemen zu haben. Sammle Ideen zu möglichen Gesprächsthemen und stell dir vielleicht eine Liste von Fragen zusammen, die du deinem Tandem-Partner stellen möchtest. So bleiben eure Tandem Chats interessant und du machst die besten Fortschritte beim Üben einer Sprache. Sei einfach kreativ!

Der Perfekte Sprachaustausch auf Tandem

Der Name Tandem entstammt der ursprünglichen Tandem-Methode – eine wissenschaftlich bewiesene Methode, um neue Sprachen zu lernen.

Wir haben das fabelhafte Team von Tandem Fundazioa  – welches diese Sprachlernmethode entworfen haben – gebeten, uns ihre besten Tipps zu geben, um das allerbeste aus dieser Methode herauszuholen!

Wie funktioniert ein Sprachaustausch?

Während eines Sprachaustausches, oder Tandem, sprichst Du mit jemandem, der die Sprache spricht, die Du lernen möchtest und der ebenfalls Interesse hat, die Sprache zu lernen, die Du sprichst. Die dafür festgelegte Zeit wird durch zwei geteilt. Während der einen Hälfte, übt und spricht dein Gesprächspartner mit Dir in Deiner Muttersprache und dann wechselt das Gespräch in die Muttersprache deines Gesprächspartners, sprich in die Sprache, die Du lernen möchtest.

In einem Tandem bist Du daher sowohl der “Lernende”, als auch der “Lernassistent”. Dafür benötigst Du keine Lehrerqualifikationen. Du musst Deine Sprache nur gut kennen und etwas geduldig sein können ;-).

Helfen mir Tandems beim Sprachen lernen?

Kurz gesagt – JA! Sprachaustausch ist eine bewährte Methode, um schnell sprechen zu können und Selbstbewusstsein in einer Sprache aufzubauen.

Tandems eignen sich vor allem:

  • um neue Wörter zu lernen
  • um eine Sprache besser zu verstehen
  • um Dich mit wenigen Wörtern ausdrücken zu können
  • um andere Kulturen kennen zu lernen

Welches Sprachniveau benötige ich für ein Tandem?

Üblicherweise funktionieren Tandems am Besten, wenn die Lernenden mindestens fortgeschrittene Anfänger sind. Fortgeschrittene Anfänger sind diejenigen, die langsam aber sicher, die korrekte Zeitform anwenden und benutzen können.

Dennoch eignen sich Tandems auch für Anfänger. Die Tandem-App bietet eine ganze Reihe von Tools an, die Dir und Deinem Partner dabei helfen können, miteinander zu kommunizieren – Übersetzungen, Emojis, Bilder und die Korrekturfunktion sind nur einige dieser vielen Tools.

Wie kann ich mich auf einen Sprachaustausch vorbereiten?

Für Deinen ersten Sprachaustausch kannst Du ein paar Notizen zur Vorbereitung nutzen. Denke über ein paar Sachen nach:

  • über welches Thema möchtest Du reden?
  • welches Material benötigst Du (Bilder, Comics, Texte, Lieder, Kurzfilme etc.)?

Es lohnt sich wirklich ein paar Notizen zu machen, auch wenn sich Tandems eigentlich an realen Gesprächen aus dem wahren Leben orientieren sollen! Würdest Du Dir Notizen machen – im realen Leben – bevor du einen Freund besuchst und mit ihm sprichst? Wahrscheinlich nicht! Also, zögere nicht das Thema zu wechseln oder einfach etwas Neues aus zu probieren, wenn Du merkst, dass Du und Dein Gesprächspartner euch unwohl fühlt.

Welche Themen eignen sich für einen Sprachaustausch?

Das wirklich tolle an Tandem ist, dass Du nicht nur über Bücherthemen reden musst – Du kannst über alles reden! Nutze die Gelegenheit und sei kreativ.

Hier ein Paar Themenbeispiele zum starten:

  • Deine Arbeit oder Dein Studium, wo Du lebst oder wo Du in der Vergangenheit gelebt hast, deine Freizeit, Parties, Gewohnheiten, Zukunftspläne
  • Gemeinsame Interessen (Sport, Mode, Musik, Filme, Hobbies, Haustiere)
  • Sachen, die Du gemacht hast (Dein letzter Urlaub, Dein erster Ausflug ohne Eltern, Deine erste Liebe, der schönste oder schlimmste Tag in Deinem Leben) oder Fantasien über die Zukunft (wo möchtest Du in zehn Jahren sein, was würde ein Biograf über Dich schreiben, was Du in einem anderen Leben gemacht hättest)
  • Relevante Themen zu Deinem Ursprungsland (Essen ist immer ein gutes Thema zum anfangen!)

Wie lange sollte ein Tandemgespräch dauern?

Unterhalte Dich (mündlich oder schriftlich) für eine festgelegte Zeitdauer, z.B. eine halbe Stunde, in einer der zwei Sprachen. Nach dieser Zeitdauer wechselt ihr in die andere Sprache. Es ist hilfreich die Zeiten und Dauer vorab mit seinem Gesprächspartner festzulegen.

Für Anfänger ist es manchmal sehr anstrengend sich in einer Fremdsprache zu unterhalten. Dann ist es besser, erstmal mit einer kürzeren Dauer von 10 bis 15 Minuten zu starten bevor man sich eine halbe Stunde mit jemanden unterhält.

Das wichtigste ist, dass ihr euch in beiden Sprachen gleich lang austauscht. Dies ist fairer für beide Gesprächspartner und keine der Sprache wird zu dominant. Sonst wäre es kein wahrer Sprachaustausch, sondern vielmehr eine gratis Unterrichtseinheit für einen der Gesprächspartner .

Wie kann ich mich vergewissern, dass mein Gesprächspartner mich versteht?

Sprich klar aber natürlich. Den größten Vorteil, den ein Tandem mit einem Muttersprachler bietet ist, dass ganz schnell und auf ganz natürliche Art und Weise die Umgangsprache vermittelt werden kann.

Natürlich ist es wichtig keine langen und komplizierten Sätze zu benutzen, dennoch sollte auf Babytalk unbedingt verzichtet werden. Dein Gesprächspartner möchte sich wie eine ganz normale Person mit Dir unterhalten.

Ist es eine gute Idee zu übersetzen?

Da es sich beim Tandem nicht, um das Erlernen von Übersetzungsfähigkeiten dreht, ist es nicht sehr hilfreich jedes Mal von einer Sprache in die andere zu springen. Versuche Dich auf die Zielsprache zu konzentrieren, in der ihr gerade sprecht.

Wenn Dein Partner, zum Beispiel, ein Wort nicht versteht, versuche es ihm in Deiner Sprache zu erklären statt es in seine Sprache zu übersetzen. Beim übersetzen kann es zudem passieren, dass ihr letztendlich in der Sprache sprecht, die für beide am einfachsten ist. Diese Sprache würde dann dominieren.

Statt Wörter zu übersetzen, versuche sie zu beschreiben:

  • Synonyme: bummeln = spazieren
  • Gegensätze: bitter <-> süß
  • Beispiele aus der gleichen Kategorie: Mandarine -> Orange, Zitrone
  • Ableitungen: fliegen -> Flug
  • Assoziationen: Meer und Urlaub
  • Wortassoziationen: Zahn(-)stocher
  • Vergleiche oder Referenzen zu der Person: “Du hast pechschwarze Haare.”

Wie viel sollte ich die andere Person korrigieren?

Ein paar Tipps…

  • Entscheide darüber, was am wichtigsten ist zu Beginn eines Gesprächs
  • Notiere Dir die Fehler Deines Gesprächspartners
  • Wiederhole ganz natürlich aber korrekt, die Sätze von Deinem Partner, die er/sie falsch gesagt hat. Die ist die beste Art zu lernen!
  • Gehe am Ende des Gesprächs auf die Fehler ein
  • Nach einem Video-Chat kannst Du Deinem Gesprächspartner Korrekturen zu senden

Diese Tipps sind vor allem für (fortgeschrittene) Anfänger sehr wichtig, denn wenn Du absolut alles korrigierst, könntest Du auch die Motivation und das Selbstbewusstsein Deines Gesprächspartners untergraben.

Für Fortgeschrittene ist es gut, sich darauf zu konzentrieren noch fließender zu werden und/oder alte aber schlechte Sprachaneignungen abzulegen!

Wie merke ich mir am Besten neuen Wortschatz?

Hach ja…jeder hat hiermit so seine Probleme! Hier haben wir ein paar Methoden für Dich:

  • Schreibe Dir neue Wörter auf und schaue Dir diese Notizen mehrmals täglich an
  • Sprich die Wörter laut aus – singe sie, schreie sie oder flüstere sie – all dies hilft!
  • Unterstreiche Gemeinsamkeiten zu Wörtern aus deiner Muttersprache
  • Lerne ein neues Wort und dessen Gegensatz
  • Drücke sie bildlich aus (male eine Blume in dem “u” von “die Blume”)
  • Baue aus den neuen Wörtern ein paar Sätze
  • Baue Dir deine persönlichen Eselsbrücken (Urlaub – Meer – Qualle)
  • Ordne die Wörter in Gruppen oder Listen ein

Zu guter Letzt..

Durch Tandemgespräche bekommst Du wahre Einblicke in das Leben in einem anderen Land. Auch wirst Du lernen, wie andere Menschen Dein Land und Deine Kultur von außen betrachten. Dies ist eine spannende und außergewöhnliche Erfahrung, die ab und zu auch sehr herausfordernd sein kann.

Sei geduldig, freundlich und offen. Du wirst überrascht sein, von dem was Du zu hören bekommst – im positiven Sinne!!

Und…genieß es!! 🙂

Jürgen Wolff, gemäß ’13 Tandem-Tipps‘, Ed. von alpha&beta, © TANDEM® Fundazioa, Donostia / San Sebastián, 2012